Die unermüdliche Biene – Geschichte von Elke

Hier zur Abwechslung wieder mal etwas ganz anderes von mir… Eine kleine Geschichte für Kinder und Erwachsene… Viel Spass beim Lesen, denn FREUDE und Spass sind das Motto dieses Blog´s! …

Herzensgrüße

Elke

💗💗💗

 

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Bildquelle: Pixabay – anthonyrossbach

Die unermüdliche Biene

Es war einmal eine kleine Biene. Wie alt sie war? Keine Ahnung! Egal, sie war noch ganz klein und alle im Bienenstock bemühten sich um diese kleine Biene. Denn, ihr müsst wissen, sie war wirklich eine süße, kleine Biene! Schon als sie noch sehr klein war, war sie oft krank und die älteren Bienen im Bienenstock flogen eifrig umher, um für die kleine Biene zu sorgen. Eines Tages aber verletzte sie sich und musste ins Bienenkrankenhaus.

Was? Ihr kennt kein Bienenkrankenhaus? Nun, das ist so ähnlich wie bei den Menschen. Nur die Bettchen für die kranken Bienchen müssen natürlich viel, viel kleiner sein als bei den Menschen und die Bienenärzte tragen auch keine weißen Kittel wie die Ärzte bei uns Menschen.

Stellt euch doch bloß mal vor, eine Biene mit weißem Kittel! Das geht doch gar nicht. Da könnten doch die kleinen, süßen Bienen gar nicht mehr fliegen! Die Kittel würden ja die Flügelchen ganz verdecken!

Also, nun wisst ihr, warum die Bienenärzte keine Kittel tragen.

Unsere süße, kleine Biene musste also in so ein kleines Bienenbettchen ins Bienenkrankenhaus. Sie hatte sich nämlich einen ihrer kleinen, zarten Bienenflügelchen gebrochen. Sie war wohl ein wenig neugierig gewesen und wollte schon mal fliegen üben, obwohl sie noch viel zu klein dafür war!

So lag sie also in dem kleinen Bettchen und die Bienenärzte kümmerten sich alle rührend um sie. Irgend etwas war an ihr anders als bei den anderen kranken Bienenkindern.

Kaum hatte unsere Biene nach ihrer Operation an den Bienenflügelchen die Augen aufgeschlagen, blinzelte sie schon zu den anderen Bienenkindern herüber. Wie mag es ihnen wohl gehen? Sie hatte das Gefühl, sie müsste doch gleich mal nachschauen, ob es für die süße, kleine Biene dort etwas zu tun gab.

Ihr müsst wissen, die kleinen Bienen sind ja alle… na gut… fast alle… immer sehr fleißige Bienen!

Unsere kleine Biene – wie wollen wir sie eigentlich nennen? Was haltet ihr von Maja?… Nein? Die gibt es schon?! Ach, ja! Na, wie wäre es mit Pünktchen oder vielleicht Sternchen? Gut? Mit Sternchen seid ihr einverstanden? Dann nennen wir sie Sternchen!

Wie ich darauf komme? Na ja, sie leuchtete nämlich wie ein kleines Sternchen und deshalb fühlten sich wohl auch die Bienenärzte und all die anderen kleinen Bienenkinder viel wohler, wenn unser Sternchen in ihrer Nähe war! Das muss Sternchen wohl auch gefühlt haben, denn wie gesagt, es schaute gleich zu den anderen Bienenkindern, als es nach der Operation erwachte.

Ich glaube, es fühlte gar nicht so richtig, wie schwach es selbst eigentlich noch war. Aber das war ihm nicht so wichtig. Alle freuten sich, wenn Sternchen auf der Station umherflog und sein Licht verbreitete. Es wurde nämlich immer ganz hell, wo Sternchen umher flog. Leider konnte es nicht überall sein, sonst hätte man vielleicht im Bienenkrankenhaus die Lampen sparen können!

Sternchen hatte nämlich durch sein besonderes Leuchten die Herzen der Bienenkinder und Bienenärzte erobert und alle ein bisschen weicher und offener gemacht! Liebe nennt man das, was unser Sternchen verbreitete. Doch das wusste es damals noch nicht so genau…

Alle halfen ihm, schnell gesund zu werden, ließen es in der Station auch umherfliegen, sobald es ihre Flügelchen erlaubten. Unser Sternchen konnte nämlich noch nie lange ausruhen, brauchte sehr viel Freiheit zum Fliegen, doch die Bienenärzte passten schon gut auf, dass die kleine Biene auch genug Zeit zum Schlafen hatte.

Nein, nein, keine Angst, ein bisschen ausruhen musste sich unser Sternchen noch und alle waren auch etwas traurig, als es wieder nach Hause durfte. Aber unser Bienchen wollte auch wieder nach Hause! Alle Bienenkinder und Bienenärzte verabschiedeten sich, freuten sich für Sternchen, dass es wieder gesund war und winkten ihm zum Abschied ein bisschen traurig, aber doch sehr zufrieden, zu.

Groß war die Freude im Bienenstock, als Sternchen wieder zu Hause war.

Ob es wohl im Innersten auch etwas traurig war, dass es so lange von zu Hause weg war? Hatte es vielleicht Sehnsucht nach Haus verspürt? Was meint ihr?

Ich glaube es schon, doch es fühlte sich auch wohl im Bienenkrankenhaus bei all den anderen lieben kleinen kranken Bienenkindern. Schließlich wurde unser Sternchen auch dort besonders liebevoll umsorgt und betreut von den Bienenärzten.

Sie wurde eine wirklich sehr fleißige und fast unermüdliche Biene. Inzwischen war sie erwachsen und eine Bienenmama. Sie hatte nun selbst viele Bienenkinder. Das Leuchten in ihr wurde immer stärker, heller, denn wenn man wirklich liebt, und das war bei unserem Sternchen so, dann fühlen sich alle – ob nun bei den Bienen oder bei uns Menschen – wohl in ihrer Nähe.

Sternchen, ich glaube, inzwischen war aus dem Sternchen ein leuchtender Stern geworden, wollen wir unsere Biene jetzt Stern nennen? Nein? Na, gut, bleiben wir bei Sternchen, passt zu einer kleinen Biene auch besser! Ihr wisst aber, unser Sternchen ist nun eine Bienenmama!

Sternchen flog und flog, tagein, tagaus von einer Blume zur nächsten, um für ihre Bienenkinder den besten Nektar zu finden, damit diese groß und stark wurden. Sie war darin wirklich unermüdlich und eine sehr, sehr fleißige und liebe Bienenmama. Für ihre Bienenkinder tat sie wirklich alles!

Ihr könnt euch bestimmt an ihre Zeit im Bienenkrankenhaus erinnern? Da war sie stets auch für die kranken Bienenkinder da!

Den lieben langen Tag flog also unsere Bienenmama für ihre Bienenkinder umher.

Abends fiel Mama Sternchen todmüde in ihr Bienenbett und träumte von wunderschönen Blumenwiesen, wo es einfach nur aus lauter Freude von einer Blume zur andern flog, um diese herzlich zu begrüßen und sie zu fragen, wie es ihnen geht. Einfach nur so! Auch mal sitzen bleiben, sich von der Sonne bescheinen lassen oder sich in einer besonders duftenden Blume in das Blütenköpfchen einzukuscheln und sich einfach nur wohl zu fühlen… Herrlich! Einfach nichts tun zu müssen, als es sich nur selbst gut gehen zu lassen!

Warum träumte unsere Bienenmama das nur?

Hatte sie etwas versäumt in ihrem unermüdlichen und fleißigen Bienenleben? Hatte sie vielleicht immer nur an die anderen gedacht und sich selbst dabei ganz vergessen? Konnte sie sich selbst nicht mehr versorgen mit all dem Schönen, was sie den anderen immer schenkte? Mit der Liebe, die in ihr selbst ist? Brauchte sie vielleicht auch ein bisschen selbst davon?

Was meint Ihr? Könntet ihr satt werden, wenn ihr euer Frühstücksbrot, welches eure Mama euch mit viel Liebe bereitet hat, immer nur an andere verschenkt? Was bleibt da für euch selbst übrig? Könnt ihr euch das vorstellen?

Oh, oh, ich ja! Ich glaube, ich würde großen Hunger bekommen, vielleicht wüsste ich am Anfang gar nicht mal, warum. Mein Bauch würde sicherlich fürchterlich anfangen zu knurren, vielleicht wie ein Hund, wenn er böse ist? Ich sage ja immer – Hunger macht böse!

Eigentlich ist es ja auch egal, worauf man Hunger hat. Es ist ein Gefühl, das einfach weh tut. Und wenn uns etwas weh tut, dann fehlt uns etwas.

Was meint ihr, könnten wir dann vielleicht tun? Na klar! Wir könnten das Frühstücksbrot teilen! Ein Stück erhält der andere, ein Stück wir selbst! So hat jeder etwas davon!

Die Bienenmama träumte also von ihrer wunderschönen Blumenwiese! Sie fehlte ihr sooo sehr! Im Traum schien alles so einfach…

Sie wollte sich einfach ein bisschen ausruhen, war sie doch von frühester Bienenkindheit immer eine so fleißige Biene gewesen.

Im Bienenkrankenhaus, wo unser Sternchen noch ein Bienenkind war, da passten die Bienenärzte noch auf sie auf, dass sie auch die notwendige Ruhe hatte. Als Bienenmama musste sie das allein tun.

Immer, wenn unsere Bienenmama aus ihrem Traum erwachte, flog sie wieder los. Tagein, tagaus, tagein, tagaus. Abends fiel sie erschöpft in ihr Bienenbett. Ihre Bienenkinder liebten sie alle sehr und sahen ein bisschen voller Sorge auf ihre immer noch so fleißige Bienenmama.

Gut, sie konnte nicht mehr so schnell fliegen und alles dauerte etwas länger. Doch ihr könnt euch erinnern, wenn wir immer unser Frühstücksbrot verschenken, bekommen wir Hunger und werden irgendwann krank. Das sahen auch die Bienenkinder von unserem Sternchen, ihrer lieben Bienenmama.

Sternchen hatte ihren Bienenkindern nämlich soviel Liebe geschenkt, dass sie alles von ihr gelernt haben, AUCH, wie man Liebe verschenken kann. Manchmal so scheint es, hatte unsere Bienenmama das aber wohl vergessen. Auch sie durfte einfach Liebe geschenkt bekommen! Und das nicht nur in ihrem Traum auf der Blumenwiese.

Die Bienenkinder möchten ihrer Mama so gerne etwas abgeben von dem Nektar, den sie inzwischen auch tagtäglich von einer anderen Blumenwiese holen.

Irgendwann erwachte unsere Bienenmama Sternchen und staunte nicht schlecht, dass sie von ihren Bienenkindern ja WIRKLICH DIE LIEBE bekam, die sie selbst als fleißige Biene immer so reichlich verschenkt hat! Sie durfte endlich ausruhen! Die Bienenkinder wollten ja gar nicht, dass die Mama noch immer von Blume zu Blume flog und Nektar für ihre Kinder sammelte. Sie hatte ihnen doch ALLES beigebracht, was eine fleißige Biene in ihrem Bienenleben wissen muss.

Sie ist aus ihrem Traum erwacht und durfte das Leben einer nun inzwischen Bienen – Omi nicht nur im Traum erleben!

Sie durfte auch am Tag sich in eine ihrer Lieblingsblumen einkuscheln, durfte mal hier und mal dort sein, ganz, wie es ihr gefiel.

Durfte einfach mal gar nichts tun, einfach die Bienen – Omi – Nase in den Regen oder in die Sonne halten. All das, was sie ihr ganzes Leben nicht gemacht hat, durfte sie nun endlich nur für sich selbst tun!

Der Hunger nach dem verschenkten Frühstücksbrot ließ nach und sie erfreute sich noch vieler wunderschöner Bienentage.

Ihre Träume von einst wurden Wirklichkeit. Und das Schönste war, keiner von ihren Bienenkindern hatte auch nur irgendetwas dagegen! Im Gegenteil, sie sahen voller Freude, wie es Ihrer Bienenmama, Bienen – Omi immer besser ging und freuten sich, wenn sie sie hin und wieder auf einer ihrer schönen Blumenwiese besuchten.

Und so lebten sie alle zufrieden und glücklich bis ans Ende ihrer Bienentage.

Und wer weiß, wer weiß… vielleicht leuchtet ja ganz oben am Himmel genau DIESER helle Stern, der einst unser kleines unermüdliches Bienchen war, welchem wir den wunderschönen Namen Sternchen gegeben haben!

(Elke. 2007 überarbeitet 2018)

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2 Gedanken zu “Die unermüdliche Biene – Geschichte von Elke

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