Susan ~ spiritimalltag ~ Heilungsort Bibliothek 27.05.2020

Wieder einmal bereitete es mir große Freude, liebe Susan, deine Bibliothek – mental auf deiner Blog-Seite – zu besuchen! „Heilungsort Bibliothek“ … so nachvollziehbar, so fühlbar kamen deine Worte bei mir an!

Jeder Ort, an dem ein Mensch andere Menschen findet, die ihm einfach nur zuhören, ist ein Heilungsort. Genauso, liebe Susan sehe und empfinde ich das auch … es spielt wahrlich keinerlei Rolle wo wir gerade sind. Sind wir im HIER, im JETZT und mit dem Herzen verbunden… SIND wir einfach „nur“ präsent… WIR SIND DA!

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wurde ich öfter gefragt, was ich denn so „mache“ … in dieser „Zeit“ war ich mir dessen meist nicht wirklich bewusst, was ich überhaupt „mache“… meine Antwort war daher meist einfach nur „ICH BIN DA, ich lebe, das ist doch genug!“ Wenn auch mein Gegenüber mich mitunter etwas fragend anschaute, war es für mich genau die passende Antwort im jeweiligen Moment!

Es ist einfach nur schön zu sehen, dass – SIND WIR ganz einfach „nur“ DA – soviel Heilung geschehen kann und immer öfter auch sichtbar wird! Weniger ist häufig so viel mehr.

Deine Worte, liebe Susan, sie ließen auch bei mir wieder sehr schöne Erinnerungen – aus meinem hinter mir liegenden Arbeitsalltag – ins Gedächtnis kommen… Welch ein Geschenk ist es doch, gerade auch im täglichen Berufsleben genügend Zeit zu haben, für genau solche Gespräche, wie du sie, liebe Susan hier beschrieben hast!

Die FREUDE, HEILUNG und DANKBARKEIT wird immer schneller und unmittelbar sichtbar… DANKE, liebe Susan!

 

Liebe Grüße

Elke 💚

 

Alle Leser dieses Blogs möchten wir bitten  – bei allen hier zur Verfügung gestellten Beiträgen – auch die Hinweise aus dem Impressum zu beachten! Vielen Dank!


Heilungsort Bibliothek

Dass Bibliotheken magische Orte sind, weiß man spätestens, wenn man den Film „Der Himmel über Berlin“ oder das Remake des Films mit Meg Ryan gesehen hat. Ja, ich kann es bestätigen: manchmal ist es einfach magisch!

Vorgestern kam eine junge Frau mit ihrer Tochter in die Bibliothek. Sie ist schon seit fast einem Jahr angemeldete Leserin. Als ich sie zum ersten Mal sah, spürte ich in ihr eine empfindliche, verletzte Seele, die Nähe sucht und sich mir mitteilen wollte. Doch leider ist sie nicht die Einzige, die das möchte. Angesichts der vielen, vielen Aufgaben und der Arbeitsbelastung besonders seit einem Jahr im neuen Haus habe ich es mir angewöhnt, solche Menschen nett und freundlich mit kurzem Smalltalk auf Distanz zu halten, auch wenn es mir schwer fiel. Es war reiner Selbstschutz angesichts einer permanenten Überlastung.

Als die Frau mit ihrer Tochter während der Schließzeit einmal vor der Tür stand, was ich „zufällig“ sag, ließ ich sie schnell rein und bot ihr an, sie nach telefonischer Anmeldung auch weiterhin heimlich reinzulassen. Warum ich das tat? Die Frau war einsam, neu im Ort und äußerst sensibel. Ich fürchtete, dass sie in der Extremsituation, ihre Tochter allein zu Hause beschulen zu müssen, irgendwie seelisch leiden würde. Da wären, so hoffte ich, die Filme, CDs, Hörbücher und Kinderbücher aus der Bibliothek vielleicht eine Ablenkung. Zweimal kam sie heimlich und seit einem Monat darf sie ja offiziell wieder kommen. Sie wirkt ausgeglichen und scheint die schwierigen letzten Wochen gut überstanden zu haben.

Vorgestern also stand sie wieder mit ihrer Tochter vor mir. Während der Rückgabe der Medien setzte sie zu einer Frage an. Bevor sie ihr Anliegen los werden konnte, sagte ich: „Wir haben seit dieser Woche nicht mehr verkürzt, sondern ganz normal zu den alten Zeiten wieder geöffnet.“ Sie war perplex: „Immer, wenn ich Sie etwas fragen will, geben Sie genau die Antwort auf die Frage, die ich gerade stellen wollte. Das ist mir schon oft mit Ihnen passiert. Können Sie Gedanken lesen?“ Schmunzelnd antwortete ich mit „Ja!“ Sie schaute mich ungläubig an. „Wirklich?!“ Meine ehrenamtliche Helferin Doreen saß gerade am hinteren Schreibtisch und rief von dort aus: „Ja, das kann sie wirklich!“

Nun mussten wir alle drei lachen. Es entwickelte sich ein Gespräch über weibliche Intuition, über Männer, über Frauen als Opfer und Männer als Täter. Das Gespräch wurde immer ernster. Doreen schaute mehrmals besorgt zu mir: „Wir haben aber heute Themen …“ Ich zwinkerte ihr zu und sagte: „Das ist okay! Und ich habe jetzt auch mal Zeit, etwas zu schwatzen.!“ Das stimmt sogar. Der Bibliotheksbetrieb läuft zwar wie gewohnt, aber ohne die Veranstaltungen. Die anderen Bereiche des Hauses, Touristinfo und Museum, waren zwar offen, wurden aber noch nicht besucht. Und dringender Verwaltungskram fiel auch gerade nicht an. Also endlich mal Zeit, zuzuhören, um zu erfahren, was der jungen Frau auf der Seele brannte. Der Brückenbauerin Doreen sei Dank! Die junge Frau öffnete sich, ließ nur einige Andeutungen fallen und erzählte uns, was sie von Männern hielt. Es fielen nur Brocken. „Ex-Mann Alkoholiker“, „schwierige Trennung“, „neue Freundschaften mit Männern gingen auseinander“, „es ist schwer, wieder jemandem zu vertrauen“. Diese Bröckchen reichten Doreen und mir schon, da brauchte die junge Frau nicht ins Detail gehen, was sie auch nicht gewollt hätte.

Was nun folgte, war Teamarbeit zwischen Doreen und mir. Da können wir uns absolut aufeinander verlassen, denn Doreen ist auch absolut feinfühlig und – was die junge Frau nicht wusste und auch jetzt nicht weiß – Doreen hat eine ähnliche Geschichte hinter sich, hat sich aber, ich glaube nach über zehn Jahren, gerade vor einigen Monaten neu verliebt. Doreen und ich versuchten gemeinsam, das Selbstbewusstsein der jungen Frau zu stärken, ohne sie besonders „belehren“ zu wollen. Dabei stellten wir fest, dass die junge Frau schon ziemlich weit war auf ihrem Weg und ihre Situation sehr gut reflektieren konnte. Oft kamen Sätze wie: „Einerseits ist es ja schlecht, dass …, aber die Situation bringt auch das Gute, dass …“ Also die Frau war auf gutem Wege, das Opfer-Dasein und die Co-Abhängigkeit hinter sich zu lassen. Sie muss nun wieder lernen, Männern zu vertrauen. Und das wird sie schaffen, da bin ich mir ganz sicher.

Die Astrologen sagen, dass wir uns gerade in der Zeit der rückläufigen Venus befinden. Die rückläufige Venus in Verbindung mit einigen anderen Planeten soll helfen, alte Liebes-Verletzungen zu heilen und das Männliche und Weibliche miteinander auszusöhnen. Na, das passt ja! Vielleicht hat die Venus auch in dieser Situation etwas in die richtige Richtung „geschoben“? Also nicht nur für die junge Frau, sondern auch für Doreen und mich. Für uns beide war es auch eine Rückschau in alte Themen. Ich habe zwar nichts Schlimmes in dieser Richtung erlebt, jedenfalls nicht in diesem Leben, aber ich war einige Tage zuvor meinem Ex-Mann begegnet, der jetzt aufgrund einer Krankheit sehr auf sich achten muss. Ich habe ihm Gesundheit und alles Gute gewünscht. Und Doreen ist es vielleicht bewusst geworden, dass sie jetzt stark genug ist, für andere helfend da zu sein.

Jeder Ort, an dem ein Mensch andere Menschen findet, die ihm einfach nur zuhören, ist ein Heilungsort. So können auch Bibliotheken Heilungsorte sein. Egal, welcher Ort es ist, ob Bibliothek, Vereinszentrum, Fitnesscenter, Kirche, Restaurant, kleiner Laden : jeder Ort, der Begegnung ermöglicht, ist existenziell wichtig für alle Menschen. Solche Orte für Wochen zu schließen, kann die seelische Gesundheit vieler Menschen extrem gefährden. Das ist mir durch die Begegnung mit dieser Leserin noch einmal richtig bewusst geworden. Doreen denkt wohl ebenso. Sie, die eigentlich nur einmal wöchentlich kommen und helfen wollte, strahlte mich zum Abschied an und sagte: „Wir sehen uns übermorgen wieder!“ 🙂

3 Gedanken zu “Susan ~ spiritimalltag ~ Heilungsort Bibliothek 27.05.2020

  1. Wunderschöne Geschichte, auch, da ich es gut nachfühlen kann. Es gab eine Zeit, in der auch ich flüchten mußte aus einem zeitweise lebensgefährlichen Beziehungsgefängnis. Ich habe es gut überstanden und nach einer Zeit auch wieder vertrauen können. Den Mann konnte ich trotzdem lieben, anders lieben als zuvor. Und nachdem ich das Büchlein „Ich bin das Licht – die kleine Seele spricht mit Gott“ gelesen hatte, fiel es mir wie Tomaten von den Augen!
    Liebe Susan, meine Mutter war auch Bibliothekarin, direkt gegenüber unserem Daheim. Sie leitete die Gemeindebibliothek und so konnten wir immer nach der Schule dorthin, die Mutter war nie weit weg. Was die einen „ihrem Friseur erzählen“ (ist hier so ein geflügelter Spruch 🙂 ) , erzählen andere dem Bibiothekar. Und auch der Krankenschwester, wie ich selbst erfahren habe. Das ist ja das Schöne an so einem Beruf, die Kontakte und das Vertrauen das man geießt, die Lebenserfahrung, die frau dadurch zusätzlich mitbekommt, ich habe es geliebt.
    Ich finde deine „Alltags-Spiritgeschichten“ schön, so habe ich ein bisschen Anteil daran!

    Gefällt 3 Personen

  2. Liebe Hilke,
    danke für das Kompliment! ❤ Die schönsten Geschichten schreibt das Leben, ich notiere sie dann nur. 🙂
    Den Spruch mit dem Friseur kenne ich auch – und das praktiziere ich auch oft, denn meine Friseuse ist die beste und lustigste der Welt. 🙂 Da macht sogar der Friseurbesuch mit Maske Spaß.
    Es war bestimmt idyllisch, fast in einer Bibliothek aufzuwachsen. Da ging es in der Gemeindebibliothek bestimmt ähnlich zu wie bei mir in der Kleinstadtbibliothek. Diese Begegnungen dort können weder Amazon noch die Onleihe ersetzen. Life is live!
    Und weißt du was? Ursprünglich wollte ich überhaupt nicht dort arbeiten, weil die Bibliothek in einem total verwahrlosten Zustand war und weil das Pendeln dorthin so viel Zeit kostet. Ich hatte damals aber keine wirkliche Alternative – und jetzt kann ich mir nichts schöneres vorstellen als diese Begegnungen in dieser Kleinstadtbibliothek! Da wächst die Intuition wie von selbst.
    Ja, und Männer … – mit meinem Ex-Mann habe ich einige Jahre nicht gesprochen, aber da wir im selben Verein arbeiten, wenn auch in anderen Gruppen innerhalb des Vereins, ergaben sich die Begegnungen automatisch. Und heute können wir entspannt miteinander umgehen und bei zufälligen Begegnungen nett miteinander reden.
    Liebe Grüße von Susan

    Und – liebe Elke – danke für's Teilen!!! 🙂

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