Meine erste Begegnung mit „IHM“ …

Wie lustig ist das denn gerade! Wieder einmal beim Stöbern in meinen „Alten“ Geschichten, stieß ich u.a. auf diese eine hier. Sie entstand Anfang Oktober 2011 und zwar genau zum 03.10.2011. Wer es etwas genauer wissen möchte, der lese selbst und darf sich sehr gerne dabei auch amüsieren. Eventuelle Ähnlichkeiten zur heutigen „Zeit“ sind nicht ausgeschlossen. Wir können jedoch daran selbst reflektieren, was wir von unseren bisher erlebten Erfahrungen bereits in unser Leben wieder integriert haben.

Wie sagten wir schon des öfteren, irgendwann lachen wir über unsere Geschichten, die wir einst erlebten… selbst dann, wenn es in dem jeweiligen Moment vielleicht nicht gerade danach aussah!

Ich wünsche euch einen gesegneten, lichtvollen Feiertag und ein angenehmes Wochenende. Und all jene, denen jetzt gerade so gar nicht nach feiern zumute ist – mögen sich der mitfühlenden Gedanken und herzerwärmenden Grüße bewusst sein, die gerade JETZT zu ihnen auf dem Weg sind!

Einer für Alle und Alle für Einen!

In LIEBE und VERBUNDENHEIT

Elke💜


Apotheke_Privat_E.2

Meine erste Begegnung mit „IHM“

Am 03. Oktober, der bekanntlich der Tag der Einheit ist, hatte ich Bereitschaft in der Apotheke und erwartete am Abend Herrn T., der die Urlaubsvertretung für unseren Chef übernommen hat.

Aus den Gesprächen mit dem Chef und unseren Kolleginnen wusste ich, dass sich ein telefonischer Kontakt mit „IHM“ eher als schwierig erwies. Herr T. nutzte zur Kommunikation eher den E-Mail Kontakt per Computer.

So war ich also schon ein wenig gespannt, wer da am Abend noch kam. Je später es wurde, je mehr stieg auch meine Spannung, denn die mir vom Chef überlassene Handy-Nummer „durfte“ ich nur im absoluten Notfall benutzen! Wann aber war dieser Notfall???

Meine Spannung stieg auf den Höhepunkt, mein Feierabend nach 12 Std. Dienst, war in gut einer viertel Stunde endlich(t) da!

Das Telefon hatte ich bereits in der Hand und die ersten Nummern waren schnell gewählt! Dann aber hielt ich inne, NEIN noch war DIESER NOTFALL nicht da! Geduldig warte ich weiter und DA, ein Auto näherte sich der Apotheke, es klingelte und ER WAR DA!

Ich atmete innerlich auf! Die Apotheken-Außentür ist mit dem großen Apotheke „A“ gekennzeichnet und verdeckt damit ein Großteil des Sichtfeldes nach draußen. So sah ich als erstes ein paar Beine, die bis kurz über den Knien mit ausgefransten Jeans bedeckt waren. Mein Blick ging dann durch das Notdienstfensterchen – zudem ich mich stets auf Zehenspitzen stehend den außen stehenden Menschen entgegenstellen musste – wachsen werde ich deshalb wohl nicht mehr, jedenfalls NICHT äußerlich 😉 –

Draußen stand ein etwas reiferer Herr, braun gebrannt, mit dunkelblonden Haaren, Jeanshemd und den besagten abgefransten Jeans. An den Füßen trug er blaue Clogs. ER sollte nun in den nächsten zwei Wochen unser Chef sein!

Fröhlich, locker und gelöst, betrat Herr T. UNSERE Apotheke… stand… sah sich schweigend um und sprach: „Ach du SCH….!“ Ich grinste und sagte:“Richtig“ , denn DAS entsprach absolut der Wahrheit! Unsere Apotheke ist eben was „ganz Besonderes“ 😉

Von da ab prasselten seine Worte nur so auf mich herab. Er fragte nach dem Chef wie der denn wohl sei, redete, schaute, schüttelte den Kopf und immer wieder „Ach du SCH…“… ER hatte es entdeckt, denn es war die „WAHRHEIT“, wir arbeiteten seid so langer Zeit wohl unter Bedingungen, die sich andere Apotheken-Mitarbeiter wohl eher kaum hätte vorstellen können.

Das Personal ist auf ein derartiges Minimum gekürzt worden, das im Krankheitsfall gar nichts mehr geht. Dann greift der Chef auf Leiharbeitskräfte aus anderen Apotheken zurück. Nun ja, von denen kommen dann aus vielerlei Gründen die meißten dann auch nicht mehr wieder.

Herr T. konnte sich SOLCHE Arbeitsbedingungen, wie wir sie hatten nicht vorstellen, sprach vom Mittelalter, Sklavenwirtschaft und Menschenverachtung. Nun gut, es ist seine Sichtweise und zum Teil hatte er ja durchaus recht.

Bei seiner Frage nach der konkreten Anzahl der Mitarbeiter, und meiner darauf folgenden Antwort blieb ihm förmlich der Mund offen stehen. Das dauerte aber nicht lange und seine Worte prasselten wieder auf mich herab. Da ich DAS aber schon gewöhnt bin von anderen Menschen, konnte ich darüber eher lachen, denn er hatte unsere Lage erkannt! Was ICH im Nachhinein vermisste war, er hatte nach organisatorischen Fragen eher nicht oder erst ziemlich als letztes gefragt, denn aus dem Wundern kam er gar nicht wieder raus! 🙂

Sein Blick in SEIN REICH, das „Nachtdienst-Zimmer“, Dusche und WC ließen ihn zu dem Ausspruch hinreißen: „DAS ist ALLES MEINS????“ Bedauerlicher Weise musste ich ihm sagen: Nein, die Toilette benutzen auch wir! 😉 Er schaute zur Dusche, griff nach dem „Gummisauger“ der für evtl. „Verstopfungs-Situationen“ dort stand und rief aus: „SO ein Ding hab ich ja seit 50 Jahren nicht mehr gesehen!!!!“ 😉 Man beachte, er war mittlerweile 51Jahre alt! grins, grins. Es war für mich ein Bild der Götter und ich musste herzhaft lachen, wie er da oben an der Treppe stand und mit dem besagten Ding umher fuchtelte!

Sitzend auf „seinem“ Bett – fragte er, ist das ein Soldatenfeldbett und haben wir einen Fernseher? Ich, mit sachter, höher werdender Stimme: „NEIN!“

Er: „Wie jetzt? Nein? Sie wissen aber schon, dass das mit dem Fernseher in der Apotheken-Betriebsordnung steht?“ Ich, wieder mit ruhiger Stimme: „Ja!“

Ich berichtete ihm von der Möglichkeit, dass er in der Pension von Frau S. nach einem Zimmer fragen könnte! Nun, er war von Anfang an mit dem „Zimmer“ in der Apotheke einverstanden gewesen, kannte aber natürlich nicht diese „hervorragende“ qualitative Ausstattung, die durchaus passend zu UNSERER Apotheke war. 😉 Er meinte, das passt schon für 2 Wochen und er bekommt das schon hin. Er hat ja auch seinen Laptop dabei und schaut dann damit fern.

Ok, inzwischen war fast eine Stunde vergangen und ich hatte seit über halber Stunde bereits Feierabend, war erschöpft vom Tag und ja, auch von der ersten Begegnung mit „IHM“, der uns nun die nächsten 2 Wochen führen sollte.

Na, da bin ich ja mal gespannt! Er ist auch ein ziemlicher Chaot, fand ich, er hatte UNSERER Lage erkannt! Kennt er wohl aber die SEINE??? Möge er es BESSER machen!

Ich war schon fast im gehen, da fragte nach dem Schlüssel, evtl. Alarmanlage ect., erzählte vom seinem Joggen morgens und fragte nach der Ankunft der ersten Mitarbeiterin. Dabei holte er ein paar Kleidungsstücke aus seinem Auto. Sie waren eingepackt in solche Art Kleidersäcke, die dann gleich aufgehängt werden können. Seine vorletzte Frage war: „Ist der Schrank oben leer?“ – logisch für 2 Wochen hat Mann oder Frau entsprechende Kleidungsstücke dabei – auch hier war wieder meine Antwort mit ruhiger Stimme: „NEIN, der Schrank ist voll“!😉

Beladen mit großer Kühlbox, fragte er zu guter Letzt nach einem Kühlschrank. Schon im rausgehen, sagte ich, der ist unten, der kleine da! 🙂

Bereits draußen angekommen, kam noch ein Auto mit Patienten, die den Bereitschaftsdienst nutzen wollte, diese bediente ich dann auch noch und gab Herrn T. noch ein paar erklärende Worte zu dem inzwischen beendeten Bereitschaftsdienst.

Na Halleluja, das werden interessante(?) wohl eher SEHR herausfordernde 2 Wochen werden! Mögen wir sie ALLE und GEMEINSAM schaffen! LANGWEILIG wird es jedenfalls BESTIMMT NICHT werden! Und schließlich heißt es ja nicht umsonst. Gemeinsam sind wir stark!

Nun aber schnell heim, denn jetzt war es dann wirklich genug für DIESEN Feiertag, den 3.Oktober 2011.

Foto: Elke

9 Gedanken zu “Meine erste Begegnung mit „IHM“ …

  1. Liebe Elke,
    zunächst einmal eine wunderschönen „Guten Morgen“!

    Mit dieser köstlichen Schilderung Deiner damaligen Begegnung hast Du mir eben ein ganz großes Lächeln ins Herz gezaubert! Ich sitze hier und freue mich einfach über Deine EHRLICHKEIT, Deinen Humor

    – und über die „Insider-Witze“, wie wir es früher immer nannten, die Du gleich mit preisgegeben hast!

    Wirklich: „Das erste Extra des Tages!“ ( wie die Werbung eine besonders gute Marmeladen-Sorte früher zu bezeichnen pflegte. 🙂 Danke!

    Euch allen ebenfalls einen wunderschönen Tag:
    In LIEBE und LICHT!

    Christine

    Gefällt 3 Personen

    1. Wie schön und DANKE, liebe Christine,

      dein Lächeln ist fröhlich und fühlbar auch für mich gewesen und angekommen!

      Und wenn ich dir jetzt sage, dass ich sogar heute früh noch kurz darüber nachdachte… Hm, stellst du das jetzt wirklich ein…. dann sind wohl deine als auch die anderen lieben und föhlichen Rückmeldungen die klare Bestätigung dessen gewesen!

      Das Lustigste ist… davon gibt es noch eine „Fortsetzung“ denn DIESE, meine letzte „normale“ Arbeitsstelle – bei der ich 15 Jahre tägig war… war wohl eine der lebendigsten „Lebesschule“ meines Lebens… 😉

      Wie schön, dass ich auch im Nachhinein gesehen – ALLEN Menschen dort immer wieder in die Augen schauen kann… Denn, so scheinbar chaotisch es dort auch war… wir waren IMMER alle SEHR ehrlich miteinander… selbst dann, wenn wir uns mal „gefetzt“ haben! 😉

      DANKE, liebe Christine für dein DA SEIN! 🙏

      Herzliche Grüße,
      Elke

      Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Elke, danke für die herrliche Geschichte, so natürlich und echt, Du kannst toll schreiben.
    Wie schön, dass Du auch zu den kleineren Menschen gehörst, ich, die 2. Elke bin auch nur 1,57 m groß.

    Liebe Grüße
    von Elke S.

    Gefällt 2 Personen

    1. DANKE, meine liebe Namensvetterin Elke S.

      ich bin mir relativ sicher, bei deinen 1,57 m hättest du sogar ein kleines Bänkchen gebraucht, um durch diese Notdienstklappe schauen zu können…

      Der Architekt muss wohl von sehr viel größerer Statur gewesen sein und meinte, es gäbe wohl keine kleineren Menschen als er! 😉

      Lass dich lieb umarmen und hab noch eine schönes Wochenende…

      Herzliche Grüße von Elke an Elke S.

      Gefällt 1 Person

  3. Danke liebe Elke, hab mich ebenfalls köstlich amüsiert. Und der Gummisauger, den kennen wir hier nur als Pömpel 😀
    Ich hatte fast gedacht, es sei vlt. deine erste Begegnung mit deinem Mann 🙂 , also wegen „IHM“ und so, erst gegen Mitte deiner Erzählung:
    hm, eher nicht, oder?
    Einen schönen Feiertag dir 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Lach, liebe Hilke… wie schön auch deine Freude hier deutlich zu spüren!
      DANKE auch dir dafür!

      Ich hatte lange überhautp keine Ahnung, wie solches Ding – „Pömpel“, Gummisauger oder wie auch immer benannt ist… ich wusste lediglich, dass schon meine Großeltern solch ein Teil hatten und wusste wozu es angewendet wurde…
      Hui, mir Namen zu merken, das war eher nicht so mein Ding… 😉

      Was deine Vermutung bzgl. der ersten Begegnung mit meinem lieben Mann betrifft… da kann ich dir herzlich gerne bestätigen… NEIN, das ist und war er wahrlich nicht!

      Diese „Geschichte“ ist und bleibt sehr sorgsam und wohl behütet in meinem Herzchen aufbewahrt… 💜

      Sei ganz herzlich gegrüßt, liebe Hilke…

      Alles LIEBE,
      Elke

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Elke,
    oh ja, das ist das Leben pur! 🙂 Ich hoffe, es gibt noch eine Fortsetzung! Bei der Notfallklappe musste ich auch erst stutzen: So klein ist Elke doch garnicht? Aber die Aufklärung kam ja in der Antwort zum Kommentar von Elke S. und sogte erneut für einen Lacher. Du weißt, Architekten sind für mich ein rotes (schwarzes) Tuch … 🙂
    Ich konnte bei deiner lebendigen Schilderung mitfühlen, wie es dir nach zwölf Stunden Notdienst ging und wie es dem fluchenden Vertretungs-Chef ging.
    Wenn man als Kunde von Mitarbeitern bedient und beraten wird, die wirklich mit Herzblut alles geben, dann ist es nicht so wichtig, dass die Einrichtung der Apotheke oder jedes beliebigen anderen Ladens oder Büros nicht dem neuesten Standard entspricht. In meiner alten Bibliothek war von der Einrichtung her bis zum Umzug vor zwei Jahren noch der purste DDR-Charme erlebbar, aber Improvisation ist alles und die Leser blieben uns treu.
    Herzliche Grüße in den Einheits-Abend von Susan

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke, liebe Susan…

      oh ja, da stimme ich mit dir überein… was man/frau tut… möge mit Liebe, Freude und mit offenem Herzen sein… 😉

      Ich wünsche dir und allen – die das jetzt hier vielleicht auch lesen –
      einen ganz wundervollen Sonn-Tag… 🌞

      Herzlichste Grüße
      Elke 💜

      Gefällt 1 Person

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